ES MACHTE NUR BUMM BUMM - DIE GESCHICHTE ZU TIMELINE
Noc (Umbra Nochtis)
„Also eigentlich ist das eine lustige Geschichte, wie dieser Song in der Kombination entstanden ist“, begann Sänger und Komponist Umbra Noctis, Mitglied der Chaosschatten, das Interview mit unserem Kollegen von Mystical Flame.
„Es war ein ruhiger, stiller Abend. Ich saß in meiner kleinen Hütte und hörte mir über die Boxen die neuen Songs an, die wir als Demo-Versionen aufgenommen hatten. Eigentlich dachte ich, dass ich in dem Wald abgelegen und ganz alleine war“, berichtete Noc.
„Warum dachten Sie, dass Sie alleine sein könnten, Herr Noctis?“, hakte unser Mitarbeiter interessiert nach.
„Also Noc reicht vollkommen aus oder bitte Umbra. Niemand in der Band nennt mich wirklich Noctis.“
„Kein Problem, dann nenne ich Sie nun Noc.“
„Danke. Ich bin extra von zu Hause geflüchtet, weil ich dort nicht wirklich meine Ruhe hatte. Bis auf Chrissy waren die anderen Spielleute von Chaosschatten noch anwesend, und grundsätzlich kann man so auch arbeiten. Meist komponiere ich mit Kael zusammen oder wir spielen alle nach und nach Musik ein. Aber wenn ich mir Tracks anhöre und entscheide, ob sie perfekt sind oder nicht, brauche ich absolute Ruhe. Und die habe ich bei der Rasselbande nicht wirklich. Immer kommt jemand um die Ecke und sagt: ‚Ach Mist, das hätte ich doch gern noch geändert.‘ So passiert es häufig, dass wir für einen Song fünfzig bis hundert Versionen haben – und am Ende landen wir doch wieder bei der Version, die ich ursprünglich als perfekt bezeichnet hatte.“ Noc lächelte dabei.
„Und diesmal dachten Sie, wenn Sie flüchten, könnten Sie in Ruhe arbeiten?“
„Ja, zumindest dachte ich das. Ich setzte mich auf meine Terrasse und schaute in den Wald. Es war eine sternenklare Vollmondnacht, alles war ruhig. Also öffnete ich meinen Laptop und begann, die Songs anzuhören. Dabei vergaß ich allerdings, dass meine beiden Bluetooth-Boxen im Haus noch verbunden waren. Es war keine Glanzleistung, aber ich dachte mir: Na ja, egal – ich bin ja alleine. Wen außer die Tiere sollte ich schon stören?“ Während Noc erzählte, verdrehte Chrissy leicht die Augen.
„Man sollte aber nie davon ausgehen, dass man – egal wo – wirklich alleine ist, ne Noc!“, feixte sie frech.
„Ja, das habe ich inzwischen auch gelernt“, entgegnete Noc schmunzelnd. „Ich war gerade dabei, den Song Timeline zu starten. Den hatte Chrissy für uns geschrieben, allerdings war die erste Aufnahme noch mit Lumy.“
„Warum noch mit Lumy, wenn ich kurz zwischen fragen darf?“, schaltete sich unser Reporter ein.
„Wir bekamen Timeline von Chrissy, ich glaube 2025, bereits als Songtext. Damals noch als längere Version“, erklärte Noc.
„Um genau zu sein, war es im November 2024“, ergänzte Chrissy. „Damals war das Ganze nur ein Song, den ich als Bewerbung als Songwriterin eingereicht hatte.“
„Stimmt, so war das. Danke fürs Ergänzen“, nickte Noc. „Wir setzten uns also mit Lumi zusammen und machten die ersten Aufnahmen. Doch der Text gefiel uns so noch nicht, also dachten wir: Okay, wir geben Chrissy eine Chance – und stellten sie ein. Was ich damals nicht wusste: Sie hatte selbst schon Musik gemacht. Also setzten wir uns gemeinsam hin und feilten an dem Song.“
„Sehr interessant, wie ihr beide zusammengefunden habt. Jetzt habe ich ehrlich gesagt nur noch mehr Fragen“, unterbrach unser Reporter schmunzelnd.
„Das können wir gern bei einem anderen Treffen vertiefen“, warf Chrissy kurz ein.
„Ja, ich schweife ab – normalerweise ist das ja Chrissys Part“, fuhr Noc fort. „Ich saß also im Wald, Timeline lief, und der Song ballerte in voller Lautstärke aus der Holzhütte. Ich machte mir gerade Notizen, als mir eine Idee kam. Ich spielte ein wenig mit meiner Schlagzeug-App auf dem Handy herum, und plötzlich hatte ich eine Blitzidee. Also arbeitete ich den Song neu um. Alle anderen Tonspuren hatte ich ja bereits fertig.“ Chrissy sah ihn dabei merklich finster an.
„Bis hierhin war das ja noch erträglich“, setzte sie an. „Die Musik konnte ich akzeptieren, schließlich wusste ich, wer diese Texte geschrieben hatte. Ich konnte mir also denken, wer da in meiner Nähe war. Aber was unser Umbra dann gemacht hat – das war einfach zu viel!“ Unser Reporter schaute neugierig zu Chrissy. „Was ist denn dann passiert?“
„Eigentlich nichts Besonderes“, grinste Noc. „Als der Herr mit seiner doofen App spielte, die mit seinen scheiß Boxen verbunden war, klang das für mich, als würden Bomben einschlagen.“ Noc lachte, während Chrissy ihn mit einem Blick bedachte, der nichts Gutes verhieß.
„Ich nahm mir dann einfach ein paar Tomaten und ging in Richtung des Lärms“, erklärte sie trocken.
„Ich war gerade fertig mit der neuen Version von Timeline“, übernahm Noc wieder. „Mir gefielen die Instrumente, besonders das Schlagzeug. Ich hatte Lumys Stimme und meine an die passenden Stellen gesetzt, als mir auffiel, dass der Refrain kompletter Müll war. Also schrieb ich Lumy eine PN, schickte ihr die neue Demo, und ihre Antwort war einfach Hammer. Dass sie den Refrain neu aufnehmen musste, war für sie völlig okay. Ich hörte mir den Song noch einmal an – und mitten im Refrain flogen plötzlich Dinge auf mich, während gleichzeitig eine Sprachnachricht bei mir ankam.“ Chrissy lachte inzwischen offen.
„Ich hatte mich angeschlichen und nebenbei in WhatsApp eine Sprachaufnahme gestartet. Als ich die Tomaten warf, habe ich richtig dreckig und frech ‚BADABUMMM BUMM BUMM‘ geschrien und das abgeschickt. Der Witz war, dass man in der Voice auch das Schlagzeug hörte – perfekt im Takt.“
„Damit hatte sie sich verraten“, ergänzte Noc. „Und jede Tomate traf punktgenau meinen Nacken.“ Chrissy fiel vor Lachen fast vom Stuhl.
„Als ich Chrissy sah und ihre Voice hörte, war das für uns ein Segen – für sie allerdings ein Fluch.“
„Warum ein Fluch für dich?“, fragte unser Reporter.
„Ich habe früher Akustik-Punk gemacht“, erzählte Chrissy. „Ich saß auf der Straße, sang Songs für eine Mark, später für einen Euro. Ich war Punkerin und lebte in meiner Jugendzeit auf der Straße. Irgendwann wollte ich mit Musik nichts mehr zu tun haben und konzentrierte mich auf Gedichte und Geschichten. Ich wollte aus der Szene raus und abschließen. Doch im Oktober 2024 zwang mich eine blöde Blockade, etwas Neues zu probieren – und so kam ich wieder zum Songschreibern.“ Noc nickte und lächelte bei den Worten.
Chrissy ergänzte: „Ich war damals im Wald zelten, um Songs zu schreiben und meine Ruhe zu haben. Nur ich, mein Zelt und meine Gitarre. Ich wusste: Wenn Noc oder einer der anderen mich singen hört, wollen sie mich im Gesang haben – das wollte ich nicht. Aber nach dieser Aktion kann ich das wohl vergessen.“
Bevor wir weiterfragen konnten, lieferte Chrissy selbst die Antwort:
„Eigentlich wollte ich nur noch schreiben. Geschichten, Gedichte, Songs – aber ohne Musik. Doch die Sehnsucht ist wieder da. Vielleicht ist es Zeit, wieder Musik zu machen. Nur ich, meine Gitarre, vielleicht ein Akkordeonspieler. Roh, unplugged – das hätte was.“
Noc schaute nachdenklich zu ihr.
„Was geht dir gerade durch den Kopf?“, fragte unser Reporter.
„Der Song ist im Kasten“, sagte Noc schließlich. „Was wäre, wenn wir dich als Songwriterin behalten, aber du mit Kael ab und zu auf Tour gehst?“
Chrissy lächelte. „Wenn Noc mitmacht, ist das eine gute Idee. Den Rest besprechen wir später. Aber wieder als Chrissy unplugged aufzutreten – das fühlt sich richtig an.“
Ein Plan – und ein passendes Ende für dieses Interview.
An dieser Stelle verabschieden wir uns von Mystical Flame. Vielen Dank an euch beide für eure Zeit, eure Offenheit und die Geschichten. Wir wünschen euch und euren Projekten viel Erfolg.
Chrissy Unplugged
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